EMU – Everybody Meet Unix

February 12, 2010

Bild, ein Indikator für Niveau und Ansehen? Oder: Was bleibt noch vom Sinn der Wehrpflicht?

Filed under: politik — Martin @ 6:30 pm

Die Bildzeitung, sofern man dies wirklich Zeitung nennen darf, ist das am meisten in Deutschland verkaufte, bedruckte, gefaltete und täglich erscheinende Papier überhaupt. In der Schule und im Elternhaus wurde einem stets beigebracht dieses Faltblatt zu meiden. Ja sogar sich zu schämen wenn man dieses liest und so dem Verlag Geld zukommen lässt. So hat sich im Laufe der Jahre, zumindest bei mir, ein sehr schlechtes Image der Bild manifestiert. Man könnte meinen die Bild wird nur von der “Bildungsfernen-Schicht” gelesen/begutachtet, aber meinen Beobachtungen zufolge scheint das nicht ausschließlich der Fall zu sein.
Als ich diesem Artikel geschrieben habe, saß ich gerade in einer Begegnungsstätte einer der obersten Kommandobehörden unserer Streitkräfte. Als das Ereignis eintrat, welches der Grund für diesen Artikel ist. Ein junger Offizier (OL) betritt den Raum und kauft sich eben dieses Faltblatt mit den vier großen Buchstaben. Aus seinem Dienstgrad und seinem Alter kann man ableiten, dass er an einer der renommierten BW-Unis studiert hat und es auch zu einem Abschluss gebracht hat.
Diesen jungen Offizieren wird vom Anfang an ihrer Ausbildung zum Vorgesetzten eingebleut, dass sie eine enorme Vorbildwirkung auf ihre Soldaten und noch viel wichtiger, auf die gesamte Gesellschaft haben. Man könnte jetzt meinen: Das ist ein Einzelfall und Bild wird überall gelesen. Allerdings ist es mir in den letzten Monaten vermehrt aufgefallen, dass die Bild einen überdurchschnittlichen großen Leserkreis in den Streitkräften hat. Sowohl bei den Stabsoffizieren, als auch bei den altgedienten Unteroffizieren. Beide Gruppen haben eine große Vorbildfunktion inne.
Der persönliche Anspruch an Informationsqualität spiegelt sich in an der Qualität der Arbeit des einzelnen wieder. Das ist eine etwas radikale These, der ein oder andere kauft sich dieses Faltblatt ja nur “wegen der Sportseite”, daher trifft dies vielleicht nicht zu. Aber entscheidend ist jedoch, dass die Fähigkeit zur sinnvollen und faktenbezogenen Argumentation durch die pseudo-Informationen und die “einfache” Sprache in der Bild in Mitleidenschaft gezogen wird.

Jährlich werden viele tausend Junge Männer zur Wehrpflicht eingezogen. Für viele ist dies die erste große Erfahrung abseits vom Elternhaus, der Freunde, der Schule und/oder der Ausbildung. Die meisten verlassen die Streitkräfte nach ihrer Pflichtzeit von neun (bald 6) Monaten wieder und kehren nie in Diese zurück. Sie kehren aber in das Zivilleben ein und sind Staatsbürger-ohne-Uniform. Das ist eine enorme Verantwortung der Streitkräfte.
Daher sollte die Pflicht der Bundeswehr darin bestehen, diesen jungen Menschen als Vorbild zu dienen und sie auf das Leben nach Zeit in der Armee vorzubereiten. Sie sollen sich nicht dem sinnlosen Militarismus verfallen. Viele der Rekruten werden nach ihrer Grundausbildung nicht mehr gefordert und und dümpeln die letzten sechs Monate vor sich hin, ohne eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Geld verdienen sie trotzdem dabei, nicht gerade vorteilhaft für die Zeit nach der Bundeswehr. Wenn die Wehrpflicht nur noch sechs Monate dauert, und das wird nicht mehr lange dauern, lohnt es sich noch weniger die Rekruten militärisch für ihre kurze Dienstzeit auszubilden. Umso mehr kann es sich für die Bundeswehr und die Gesellschaft lohnen, wenn diese Dienstzeit sinnvoll gestaltet wird und den Soldaten nach ihrer militärischen Ausbildung Wissen vermittelt wird. Ich denke da an politische Bildung, Auffrischung von deutscher Grammatik/Orthographie, insbesondere bei den Wehrpflichtigen mit Migrationshintergrund. Wenn der Dienst etwas mehr geistigen Anspruch bietet, so finden sich bestimmt auch mehr junge Männer die den Streitkräften für längere Zeit beitreten wollen und allen anderen kann Wissen nach wie vor nicht schaden.

February 7, 2010

Opensolaris Datenhalde mit NFSv4

Filed under: Der Rest — Martin @ 1:38 pm

Letztes Jahr habe ich mir neue Hardware angeschafft um einen, auf OpenSolaris basierenden, Fileserver zu bauen. Nun habe ich es endlich mal geschafft diesen auch zu installieren, zu konfigurieren und alle Daten zu aufzuspielen. Der Rechner soll seinen Datenbestand dann per NFSv4 an meinen Linux-Desktop, mein Linux-Notebook und mein NetBSD-Notebook exportieren. Dabei traten einige kleine Probleme auf, von denen ich das wichtigste weiter unten noch erläutere. Aber vorerst noch ein Wort zur Hardware. Augenmerk liegt natürlich auf geringer Geräuschentwicklung, guter Energieeffizienz und redundant gespeicherten Daten.

Hardware:

Gehäuse und Netzteil sind schon vorhanden gewesen, ebenso wie eine 1000MBit Intel-Netzwerkkarte(PCI).

  • Bei dem Gehäuse handelt es sich um einen Chieftec-Server-Gehäuse im E-ATX Format. Neupreis (2003) war ca. 50€.
  • Das Netzteil ist ein Enermax 300Watt (ATX1.2) Netzteil mit zwei Lüftern. Sehr zuverlässig und leise (Enermax-Netzteile boten auch schon damals schon einen relativ hohen Wirkungsgrad). Neupreis (2003) war ca. 50€.
  • Neukauf:

  • Mainboard: Asus MicroATX mit AM2+ Sockel und Onboard-Grafik (auch Sound und GB-LAN)
  • AMD Athlon 4850e AM2 mit 2x2500Mhz und 45 Watt TDP (Der Prozessortakt für K8 basierenden Prozessoren kann leider nicht durch Opensolaris geregelt werden. Zum Kaufzeitpunkt gab es allerdings noch keine K10 Prozessoren mit weniger als 65 Watt TDP. K10-Prozessoren können geregelt werden, daher lautet meine heutige Kaufempfehlung: AMD Athlon II X2 240e )
  • 8 GiB DDR2-800 Kingston Value-RAM (4x2GiB) – Auf ecc habe ich verzichtet
  • 2x 1500 Mbyte Seagate SATA2-Festplatte mit 5900 upm

Das System:

  • Betriebssystem: Opensolaris snv_132
  • Dateisystem: ZFS v22 MIRROR mit deduplication, SHA-256 und auf einigen Dateisystemen auch gzip-9 Komprimierung.

NFSv4

Beispiel:

Ich exportiere das Dateisystem rpool/share (mit all seinen Subdateisystemen) für den Rechner lee mit Schreibrechten. Die Option sec=sys wird automatisch hinzugefügt, ihr Einfluss kann in nfssec(5) nachgelesen werden

root@milten:~# zfs set sharenfs=rw=lee rpool/share
root@milten:~# exportfs
-@rpool/share /share sec=sys,rw=lee ""
-@rpool/share /share/Bilder sec=sys,rw=lee ""
...

Nun kann der Client lee den Export vom Solaris-Server mounten:

lee:~# mount -t nfs4 -o rw milten:/share /mnt/Server/


uschy@lee:/mnt/Server/Share$ ls -lha
drwxr-xr-x 13 4294967294 4294967294 13 7. Feb 03:15 .
...

Allerdings funktioniert das Mapping von uid und gid noch nicht ganz. Auf dem jeweiligen Dateisystem stimmen die ids allerdings überein. Daher muss auf jedem Rechner ein Mapping-Deamon laufen, unter GNU/Linux ist es der idmapd (gehört zum NFS-Client und -Server Daemon) und unter Solaris der mapid (svc:/network/nfs/mapid:default).

Diese Dienste laufen auch standardmäßig, allerdings muss man beiden noch eine korrekte nfsv4-Domäne zuweisen.

Opensolaris:

In der Datei /etc/default/nfs muss folgende Einstellung vorgenommen werden:

NFSMAPID_DOMAIN=local

und die Davon abhängigen Dienste müssen neu gestartet werden:

root@milten:~# svcadm restart svc:/network/nfs/server:default
root@milten:~# svcadm restart svc:/network/nfs/mapid:default

Unter GNU/Linux genau das gleiche (hier Debian):

In der Datei: /etc/idmapd.conf folgende Zeile anpassen

Domain = local

und den NFS-Client neu starten:


lee:~# /etc/init.d/nfs-common restart
Stopping NFS common utilities: idmapd statd.
Starting NFS common utilities: statd idmapd.

Nun stimmen die Mappings überein:


uschy@lee:/mnt/Server/Share$ ls -lha
drwxr-xr-x 13 uschy root 13 7. Feb 03:15 .
..

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